Die Gesellschaft
Eine Ebene höherNachdem wir nun geklärt haben, was an Luhmann wahr und was an Luhmann wirr ist, möchte ich seine Theorie auf konkrete Fragen und Probleme der Gesellschaft beziehen, um zu gucken, ob er unser Verständnis der Welt erhellen kann.
- Die Realität der Massenmedien — erstellt von Thomas Nöske — zuletzt verändert: 16.06.2007 20:41
- Wenn man das biologische "Erkenntnis"-Prinzip – zum Beispiel einer Schnecke, die mit ihrem Fühler einen Grashalm ertastet, also einen Unterschied spürt und den systemintern als Information verarbeitet – metaphorisch überträgt auf die Verarbeitung von Informationen aus der Umwelt in den Massenmedien, dann ist es tatsächlich nicht mehr nötig, verschiedene logische Wahrheitesformen zu differenzieren; dann gilt als Information nämlich alles, was das System intern verarbeitet: "Informationen sind das, was die Massenmedien verarbeiten"
- Die Fälle Joschka Fischer und Giuliana Sgrena — erstellt von Thomas Nöske — zuletzt verändert: 16.06.2007 20:45
- Das Patt kommt zustande, weil die Kriterien, die kritische Medien-Konsumenten und verantwortungsvolle Journalisten an die Nachrichtenauswahl anlegen, nicht die gleichen Kriterien sind, mit denen das System sich selber steuert.
- Personen oder Strukturen? — erstellt von Thomas Nöske — zuletzt verändert: 16.06.2007 20:47
- Offensichtlich reicht der binäre Code Neuigkeit / Nicht-Neuigkeit nicht aus, einen Systemzwang, eine Eigendynamik des Systems zu begründen. Dafür ist der Code viel zu unpräzise und schwammig. Es lässt sich nicht einwandfrei sagen, wann eine Neuigkeit eigentlich eine Neuigkeit darstellt und wann nicht.
- "...weil Realität nicht mehr konsenspflichtig ist." — erstellt von Thomas Nöske — zuletzt verändert: 16.06.2007 20:49
- Ja, gerade weil wir uns jederzeit völlig darüber klar sind, dass die massenmedial erzeugten Weltbilder nur kontingente, vom System-Schematismus abhängige Konstruktionen darstellen und gerade dies aufgrund ihres Systemcharakters auch offensichtlich ist, fällt es uns leicht, eine eigene, individuell abweichende Weltsicht zu entwickeln
- Die Rätsel der verkehrten Welt — erstellt von Thomas Nöske — zuletzt verändert: 16.06.2007 20:53
- Das Geld erzeugt also eine künstliche Knappheit, die dadurch zustande kommt, weil sich alle Waren, auch Dienstleistungen und Arbeitskraft in Geldwerte umrechnen lassen und die Gesamtmenge zur Verfügung stehenden Geldes logischerweise begrenzt ist.
- Die Wirtschaft und das Geld — erstellt von Thomas Nöske — zuletzt verändert: 16.06.2007 20:56
- Wenn Zeit Geld bedeutet, dann ist Geld auch zugleich Zeit, nämlich die Zeit, die man durchs Geldverdienen verloren hat. Und sieht man dann Zeit als den wichtigeren Aggregatzustand an, so ist die Verwandlung von Zeit in Geld durch Arbeit eindeutig ein schlechter ökonomischer Akt. Letztlich ist sogar die Zeit, die man zum Ausgeben von Geld benötigt, verlorene Zeit.
- Richtige Bedürfnisse / Falsche Bedürfnisse — erstellt von Thomas Nöske — zuletzt verändert: 16.06.2007 20:59
- Ein anderes Dilemma mit dem Wirtschaftssystem besteht darin, dass es Konsumbedürfnisse weckt, die scheinbar bis ins Maßlose wachsen können, wenn man so will: steigende Konsumsehnsüchte provoziert.
- Die Welt im Ungleichgewicht — erstellt von Thomas Nöske — zuletzt verändert: 16.06.2007 21:04
- Überall dort, wo die Grenzen los sind, geht’s drunter und drüber, wenn der Wunsch abstrakt auch ozeanische Verschmelzung suggeriert.
- Die Systeme wollen ihr Funktions-Monopol — erstellt von Thomas Nöske — zuletzt verändert: 16.06.2007 21:06
- Adorno äußerte in den 60er Jahren noch den frommen Wunsch: "Ich möchte doch nur, dass sich die gesellschaftlichen Institutionen nach den Bedürfnissen der Menschen richten und nicht, dass der Mensch für die Institutionen existiert." Dieses Dilemma hat sich für Luhmann lange schon geklärt, für ihn ist es gar keine Frage, dass die Sozialen Systemen natürlich nur für sich selber existieren.
- Das Dilemma der Politik — erstellt von Thomas Nöske — zuletzt verändert: 16.06.2007 21:10
- Das Dilemma besteht darin, dass die Politiker nichts machen können. Luhmann meint, dass die Erwartungen, die in öffentlichen Diskussionen immer wieder an die Politik herangetragen werden, deutlich höher sind als was der Wirkungsbereich politischen Handelns tatsächlich hergibt.
- Luhmann verhaut sich ziemlich — erstellt von Thomas Nöske — zuletzt verändert: 16.06.2007 21:14
- Luhmanns Prognosen sind also alle ein bißchen von der Art wie: wenn der Hahn kräht auf dem Mist ändert sich das Wetter – oder es bleibt wie es ist!
- Drinnen und Draußen — erstellt von Thomas Nöske — zuletzt verändert: 16.06.2007 21:18
- Im krassen Gegensatz zur humanistischen Tradition behauptet Luhmann: die Vorstellung des ganzen Menschen macht unfrei! Hoch lebe der fragmentierte Mensch!
- Zusammenfassung und Schluss — erstellt von Thomas Nöske — zuletzt verändert: 16.06.2007 21:22
- Bei der Anwendung seines theoretischen Konzept auf konkrete gesellschaftliche Phänomene wurde allerdings folgendes deutlich: erstens, dass sein Ansatz tatsächlich sehr gut in der Lage ist, uns einen Eindruck von komplexen und eigendynamischen gesellschaftlichen Verstrickungen zu geben; zweitens jedoch, dass es sich hierbei eben auch tatsächlich bloß um einen Eindruck handelt!