Benutzerspezifische Werkzeuge
Artikelaktionen

Die Prozession der Narren

erstellt von Thomas Nöske zuletzt verändert: 26.06.2007 21:54

Hier versuche ich mich dem Komplex Subliteratur über die Phänomene Orte und Personen zu nähern. Dabei greife ich zurück auf ein Konzept, das Thomas Stemmer in seiner Dissertation entwickelt hat, in der er den Begriff "Sub" wörtlich nimmt und z.B. über unterirdische Erdlöcher und Katakomben schreibt. Die Charakterisierungen von Hilka Nordhausen habe ich von Herbert "Hel" Laschet.

Für mich ist immer die Frage interessant, wie es solchen Gruppen und Netzwerken gelingt, zumindest vorübergehend eine Anzahl von unterschiedlichen Leuten an sich zu binden, ohne sie auf eine gemeinsame Ideologie einzuschwören, das heißt: ohne ihnen ihr Individuelles, Eigenartiges zu nehmen? - Jeder bleibt ganz er selbst, doch im Laufe der Zeit entwickelt die Gruppe einen eigenen Geist, bekommt auch als Gruppe ein Gesicht, gibt ein stimmiges Gesamtbild ab. Dabei entwickelt jeder Autor seine eigene Arbeit für sich weiter und ebenso die Gruppe sich im Ganzen... mit einem positiven Evolutionsbegriff, das heißt nicht im Sinne eines darwinistischen Überleben des Stärkeren, sondern im Sinne gegenseitiger Anstösse zur Entwicklung, könnte man das Koevolution nennen. Die Künstler entwickeln sich gemeinsam mit ihren Netzwerken...

Und irgendwo muss ja der Traum vom besseren Leben wachgehalten werden, von irgendwo aus muss man auf den herrschenden Wahnsinn ja deuten. Und einen Treffpunkt braucht man schließlich auch. Theo Köppen dazu: Die Gespräche, die man in der Buch Handlung Welt oder später bei den 60/90-Treffen führen konnte, die konnte man eben nirgends sonst führen, deswegen ist man da hingegangen. Aber man hat nicht das Gefühl gehabt, ich bin ein Head-Farmer, ich bin 60/90er... ich habe das eigentlich nur als Jux und Dollerei dazugeschrieben, um anderen Leuten einen Fingerzeig zu geben, es gibt mehr Leute aus der Richtung, die Schwellenangst ist nicht so groß.

Das Prinzip der Buch Handlung Welt war so oder so ähnlich gestrickt, ein Gesamtkunstwerk, eine soziale Plastik mit Zugeständnis an die Eigendynamik, in die jeder seine persönlichen Erfahrungen und Strategien im Umgang mit einer idiotischen Gesellschaft und einer verlogenen Kultur einbringt. Alles Zeitgenossen und Opfer des unwahren Ganzen, wie es sich je gerade darstellte. Die Frage ist immer: wie zeigt es sich aktuell? Wie kann ich es aushebeln? Wie kann ich mich befreien? Und wie finden wir als Gruppe zusammen?

Buch Handlung Welt war ein konkreter öffentlicher Ort, für den es einen historischen Kontext gab. Die Galerien waren kein Ort für unsere schnellen Sachen. Wir wollten auf das herkömmliche Vermarktungssystem pfeifen und beweisen, daß wir autonom sind. Ein entscheidender Gedanke dabei war für mich, das historische Belegen der bestehenden Situation durch das Buchprogramm.

Von außen betrachtet war das eine Buchhandlung und ein Veranstaltungsort. Nun fragt man sich, wo ist die Person und was ist das künstlerische Werk dieser Person? Daß ich die Bücher der amerikanischen Beatszene neben die Dadaisten stell', Querverbindungen zieh, von Dadaisten zu den 300 aktuellen Zeitschriften, wo Dada und Surrealismus und auch die Situationisten der historische Background sind, materialgerechte, schnelle Copy-Sachen, die Kleinverlage und dann dagegen die Künstlerbücher.

Da war nichts Ausgedachtes, Herbeigesehntes, Ausgemaltes dabei, sondern es wurden Fakten geliefert. Präsent waren die Minderheiten, die unser Denken bestimmen, und durch diese Präsenz war ein Anspruch formuliert auf Handeln. Wir wollten 'action' in den Kunstmief bringen, die Macht der Galerien sprengen.

Ich habe versucht, etwas zu präsentieren, das auf Autonomie, auf Gruppe hinweist, ein Oben und ein Unten hat, eine andere Haltung, ein Suchen, wie es auch die Aktionen, die dann tatsächlich stattgefunden haben, im Kunstbereich gezeigt haben. Das war die künstlerische Arbeit, mein Material, das ich angeboten habe.

Thomas Stemmer geht in seiner Dissertationsarbeit über Subkultur sogar soweit, sämtliche Phänomene über ihre Orte zu beschreiben, an denen sie entstehen. Er erklärt Subkultur, indem er ihre Räume, Plätze, Gegenden... erforscht. Subkulturelle Orte sind für Stemmer so krude, seltsame Plätze wie zum Beispiel unterirdische Höhlen, die Katakomben von Paris oder Rom und die zerbröckelnden Altbauten von Barcelona; aber auch Orte wie das Chelsea-Beat-Hotel, in dem William S. Burroughs, Jack Kerouac, Allan Ginsberg und Brion Gysin eine Zeitlang zusammen wohnten und Kunst trieben, oder das Grab von Jim Morisson, an dem sich regelmäßig Doors-Fans und Resthippies zum Hasch rauchen, Rotwein saufen und Flower-Power-Musik hören versammeln...

Auch für Thomas Stemmer sind diese subkulturellen Orte vorübergehende Orte, die kommen und wieder verschwinden. Doch während sie sich materialisieren und wieder dematerialisieren, greifen sie in den Realitätszusammenhang der Dinge ändernd ein:

Besetzte Häuser sind offene Dinge. Niemand weiß, wie lange sie stehen. Das Hinterzimmer, in dem konspirative Treffs abgehalten werden, ist nur kurzzeitig ein Versteck und dient später Hochzeitsgesellschaften zum Gelage. Die Texte der Beatniks wurden z.T. in der Cut-up-Schreibweise verfaßt. Zerschnitten ("cut up") zeigen sie Öffnungen. Selbst in die Tradition werden Öffnungen geschlagen; die Hippies verwendeten Jugendstil-Lettern in ihren Schriften. Selbst offizielle Dinge können sich durch subkulturellen Gebrauch wandeln, öffnen. Der Geldschein des Mäzen' an den mittellosen Dichter wird dort, in den Händen des Poeten, gewiß vielseitiger benützt als in der bürgerlichen Kleinfamilie (die Einführung von Plastikgeld, d.h. von bargeldlosem Zahlungsverkehr wird eine weitere Alternative zerstören).

Man begegnet einander, man verwandelt sich und geht wieder auseinander.

So ging die Buch Handlung Welt nicht einfach bankrott, sondern löste sich auf in der Verwirklichung ihrer Kräfte. Hilka Nordhausen erinnert sich:

Die neuen Wilden rückten ins Feld. Es explodierte förmlich nach all dem kopflastigen Diktat der Konzeptkunst. Damit war die Wand (die Rückwand des Ladens, die alle vier Wochen mit einem Wandbild übermalt wurde; Th.N.) als Beleg für eine neue Haltung in ihrer Funktion bestätigt. Das Neue war nun da, und im Grunde stand es an, der Wand eine neue Aufabe zu geben. In diesem Sinne wurde zwei Jahre weitergearbeitet, aber diese Haltung war nun eingeführt, der Kitzel war weg. Darum ist die letzte Wandarbeit von Hubert Kiecol - drei Formen, ausgemeißelt bis auf die Mauer, das Statement, daß die Ereignisse hier, auf dieser Wand und an diesem Ort, beendet sind.

Die Karawane löste sich auf. Wenn das Medium seine Botschaft in die Welt gebracht hat, verstummt es, wenn das System seine Elemente weitergegeben hat, löst es sich auf. Ist die Verwandlung der Welt geglückt, darf das Medium wieder verschwinden... das Orakel zerspringt nach seinem Spruch... der Läufer gibt die Staffette weiter und bricht tot zusammen... der Monolith reicht dem Affen den Knochen und vergeht über Nacht. - den Gedanken an einen ewigen Zustand verbietet das Leben ja von selbst. So gleicht der subkulturelle Strom einem andauernden Unterstrom, der nie versiegt, aber immer nur vorübergehend in Erscheinung tritt und festere Gestalt annimmt. Der ewige Unterstrom.

Helmut Höge erinnert sich: Als Künstlerin war für Hilka Nordhausen die "Alternativbewegung" ansonsten jedoch eher Kitsch. So schickte sie z.B. den Raubdruck von Michael Endes "Momo" sofort zurück, als "all diese komischen Lehrer plötzlich deswegen in meinen Laden kamen."

Dieses Prinzip permanenter Bewegung, Entstehung und des Wandels ist schließlich auch ein Prinzip der Nordhaus'schen Prosa und Poesie schlechthin. Es gibt Texte, die sind Science-Fiction und so schräg und abgefahren, daß sie Burroughssche Qualitäten aufweisen, zum Beispiel im sogenannten "B2V-Flip"

Erster Versuch, in die Zeit zu kommen, leider verschlafen. Zwar um halb 8 aufgewacht, die Medikamente und Vitamin C eingepfiffen, das Fenster geöffnet, aber noch im Stehen wieder weggeratzt.

Wieder etwas, das sich nicht aufholen läßt. Die Schwächenagfälle machen mich alt, und wenns der Zufall will, daß es jemand entdeckt, ist der coole Job gelaufen.

Nur gut, daß ich mich so separat halte, und noch nicht bekannt ist, daß ich hier eingetrudelt bin.

Ich habe im Sperrbezirk gesehen, wie sie weggeputzt werden. Allgemein bekannt wird man mit 60 eingesammelt, dann kommt die Injektion, die Maschine, und schon bist du Kraftfutter für die Sojafelder. Genannt wird es der Beginn der TRAUMZEIT, aber ich habe nicht vor, als Sojabohne aufzuwachen.

Peter Laudenbach schreibt darüber in der taz:

Zwischen abgedrehtem Drogen-Science-Fiction und einem geschlossenen paranoiden Wahnsystem oszillierend, entsteht ein merkwürdig faszinierendes Bild der Welt: von großer Anziehung und sich ständig entziehend, gleichzeitig unabweisbar und irritierend. Hilka Nordhausens Texte nehmen mit der nicht faßbaren Bedrohung auch die Gegenstrategien in den Blick. Dabei vermischen sich die schrillen Elemente des Spionagethrillers mit dem Beharren auf der eigenen Wahrnehmung und der Kunst, den Diskursen der Macht weniger etwas entgegenzusetzen als sich ihnen zu entziehen, sie zu unterlaufen, nicht berechenbar zu sein.

Sie war nicht nur eine der ersten Frühpunks in Deutschland, sondern auch eine der ersten Früh-Cyber-Punks, ohne freilich zur nackten Bewusstseinsmaschinerie zu verkümmern. Ihre Geschichten, so science-fiction und groschenromanhaft sie zwar sein mögen, wirken überhaupt nicht konstruiert. Sie wirken bei allen Versatzstücken auch nicht eklektisch, sondern immer von einer Frau - aus einer Seele herausgeschrieben. Sie hebt nicht einfach so ab, sie destabilisiert nicht; alles scheint innerlich verankert. Alles scheint mit ihr ursächlich in Verbindung zu stehen, noch der durchgeknalltetste Trip wirkt erlebt - und für wahr genommen. Denn ein weiteres Prinzip der Subkultur ist das Persönlichkeitsprinzip: kein Gedanke zählt ohne den Menschen, der ihn verkörpert.

Hilkas Trips gehen stufenlos über in intime Offenbarungen. Ich habe vor 4 Jahren die Kokszuteilungskarte eines Herzinfarktlers entwendet, die vor einem 1/4 Jahr hätte verlängert werden müsse. Seitdem wird diese Karte gesucht und seitdem bin ich auf einem Entzug, der nicht mehr aufhören will.

Teilweise sind ihre Texte bis ins Äußerte persönlich, zum Schreien intim; sie gibt viel von sich Preis, sie zeigt ihre Wunden, ja sie reißt sie auf, damit der Zuschauer oder Leser möglichst tief hineinschaue:

Denn die Ermordung eines Traumes tut noch viel mehr weh als wirklich verlassen zu werden. Bernd ist eine netter Kerl, aber was weiß er schon davon, es wird ihm 1 -2 mal gelingen, und dann bin ich wieder bei IHM, und damit bei niemandem. Bernd kann es nicht verhindern. Das sehe ich schon an seiner Wohnzimmereinrichtung. Ich will auch seine Platten nicht mehr hören.

Wir sitzen mit dem Joint vor den Scherben, die angenehme Oberflächlichkeit ist einem Gebrodel gewichen, Gefühle, die ich nicht haben will, die mich unbeweglich machen, die mich aufspießen, die mir keine Wahl lassen. Also beginne ich an seinem halbsteifen Schwanz zu knabbern, lege seine Hand auf meine Möse, damit jetzt endlich Frieden wird.

Ein paar Tage später ruft Er an, und ich bin wie zugenagelt, kann von dem Geschehenen nicht sprechen, und auch nicht sagen, wie sehr ich ihn begehre.

Auch Bernd meldet sich wieder, aber ich gehe ihm aus dem Wege.

Das kommt dabei heraus. Das ist wirklich alles.

Sie zeigt ihre Wunden - und zwar live; sie brennen noch. Das heißt: unaufgearbeitet. Man hat nicht das Gefühl, sie komme darüber hinweg, eher scheint ihr Schreiben ein immer wieder erneutes Aufkratzen. Es scheint exhibitionistisch, ihre Sprache, mit der sie sich darstellt, wie Salz, sich immer wieder in die Wunden gestreut. Vielleicht schrieb sie wie andere Menschen sich die Haut mit Glasscherben aufritzen, um sich lebendig zu fühlen?

Wenn sie saß, sah sie fast dick aus, wie eine alte, pfeiferauchende Zigeunermutter; wenn sie aufstand, sah man erst, wie klapprig sie auf den Beinen war. Ein Holzgestell, über das man einen Fetzen Haut gehängt hatte. Doch niemand konnte sie umpusten. Eine Außerirdische, die auf die Erde gefallen war. Heute würde man sie Borderline nennen

.

Sie hatte den kalten, analytischen Burroughs-Blick auf die eigene Psyche, die sie zerschnitten und dem Leser trocken (ohne Soße) serviert. Der Kern der Komik ist gefühllos. Hilka verzückt mit unverbundenen und betäubten Sätzen. Nachdem der Schmerz, den sie sich zufügt, nachlässt, entsteht fast eine Art Ausgeglichenheit. Man hat nie das Gefühl, sie hebe restlos ab oder zerbreche gar an ihren irren Vorstellungen und bitteren Erlebnissen. Ihre Kunst schien tatsächlich sehr direkt zu ihrer Stabilität beizutragen, war für sie so, wie es viele Leute an einem Künstler lieben, was sie so an ihm fasziniert, so umfassend, ausschließlich, ausfüllend und beherrschend, Motiv und Motor, dass sie ohne sie sterben oder explodieren müsste. Ihre Stimme war immer eine Spur zu laut und zu krächzend; doch auf ihre verschrobene Weise hatte sie auch was Mütterliches - mit einem spröden Kern. Auf ihre Weise wollte sie die Leute umarmen, ohne sie zu berühren, oder gar selber berührt zu werden. Sie wollte alle heimholen, konnte ein Heim aber nicht bieten, denn sie war draußen, und dort war es bitter kalt. Aber niemand sollte sich krümelkackerisch aufregen, dann befiel sie ein heiliger Zorn, und ich sage: HEILIGER Zorn, so Hel Toussaint in einem Gespräch am 04.03.2001 in seiner Wohnung, sie war eine Ikone, und deswegen gebührt ihr der erste Platz in diesem Buch zu Recht.

Und auf der anderen Seite benötigte sie vielleicht den Science-Fiction-Raum, die Spielwiese der abgefahrenen Phantasie zum Ausgleich und als Chill-Out-Zone, zur Zerstreuung und Ablenkung? Vielleicht brauchte sie zumindest versuchsweise kleine simulierte Psychosen, um insgesamt auf dem Teppich bleiben zu können? Vielleicht musste sie manchmal in ihren Texten so ausflippen, um nicht im wirklichen Leben durchzudrehen? Die schrillen Gesänge der Gepeinigten, das hysterische Lachen der Dauergeschockten... in einem Genre, das von computergestützter Telepathie über Gehirnmanipulation bis zum Aufwachen im 25sten Jahrhundert alle unsere Träume und Alpträume der Kindheit realisiert.

Als Schamanin in der Popkultur gestaltete sie ihre Psyche so offen und radikal, so labyrinthisch und so expandierend wie ihre Buch Handlung Welt, als einen aus diversen Richtungen begehbaren Raum, in dem man Schönes wie Schreckliches fand.

In ihrem Leib wucherte einer der Schwelbrände, die sich nicht löschen lassen. Zwar gab sie ihr anfängliches Vorhaben, sich zu Tode zu saufen, später auf und stieg auf gesunde Kost um, aber da war das Geschwür schon zu groß geworden; auch hatte sie in ihrem Buch "Glücklichsein für Doofe" eine Aufarbeitung ihrer Sucht versucht.

Zu spät? Alle können es, nur wir nicht. Was war los? Zuviel Neptun auf der Pfanne? Ich habe schlechte Angewohnheiten wie Unkraut sprießen lassen und nun sind sie nicht, kaum noch zu zähmen, Neptun live hat mich verwirrt, habe mir von ihm auf der Nase rumtanzen lassen. Schlechte Angewohnheiten sind auch nüchtern zäh, weißte?

SCHÖNES Leben EINÜBEN, jeden Tag ein bißchen weitermachen, und nicht alles fliegend im Kopf, in der Vorstellung, wie es mir seit langem am liebsten geworden war und zur Gewohnheit gewachsen und mir von dort den Körper ausdörrte, vertrocknet! Bis ich nicht mehr herauswollte aus dem Neben-mir-Schweben, nicht herauskonnte (sehr bedenklich). - Ich wünschte mir, noch gedankenschneller und ohne diesen erschreckenden Aufwand an Zeit und Kraft zu sein - ist somit eine schlechte Verbindung zur Erde.

Im Herbst 1993 starb sie an Krebs. Sie starb nur einen Tag versetzt mit Helmut Salzinger, einer weiteren zentralen Figur der Szene. Der fühlte sich ebenfalls durch eine körperliche Krankheit zu einem gesünderen Leben und einer Überarbeitung seiner inneren Haltung gefordert. Beide, Helmut Salzinger wie auch Hilka Nordhausen, stehen für ein anfänglich selbstzerstörerisches Leben mit großen utopischen Ansprüchen an die Gesellschaft und Wut über herrschende Heuchelei und Korruption, die schließlich durch körperliche Krankheit zu einer klügeren Lebensweise gedrängt werden... nicht zum Verrat, sondern zu einer tiefergelegten Weisheit, die nicht nur das falsche Leben des Scheins unterläuft, sondern noch die surrealistischen Erfahrungen der Tiefenpsychologie und Traumsymbole... Denn Hochkultur ist die Suche nach dem ewigen Leben im Überirdischen, Subkultur ist die Suche nach dem Leben im Unterirdischen. Und so wie hinter jeder Schicht des Unbewussten eine weitere, noch tiefere verborgenere liegt, so sind auch die Strategien der Herrschenden ins Unendliche gestaffelt. Doch dazu in den folgenden Kapiteln mehr.